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Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) – 9 konkrete Tipps

polnische Pflegekräfte

Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) – 9 konkrete Tipps

Steht bei Dir oder Deinem Angehörigen in den kommenden Wochen der Begutachtungstermin des MDK an?

In diesem Artikel zeigen wir Dir 9 konkrete Tipps, wie Du Dich bestmögliche auf Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse vorbereiten und die Begutachtung bestmöglich meisterst kannst.

Du hast bei der Pflegekasse eine Begutachtung angefragt, um zu ermitteln, ob Du oder Dein Angehöriger pflegebedürftig ist?

Daraufhin beauftragt die Pflegekasse den MDK, den medizinischen Diest der Krankenkassen, um die Begutachtung durchzuführen. Bei der privaten Pflegeversicherung erfolgt die Begutachtung durch den medizinischen Dienst „MEDICPROOF“.

Zur Begutachtung kommt der Gutachter oder die Gutachterin für etwa 1 bis maximal 2 Stunden zum Antragsteller nach Hause oder in die Pflegeeinrichtung. Gutachter sind in der Regel Pflegefachkräfte oder Ärzte und Ärztinnen.

Anhand von Richtlinien beurteilen die Gutachter, ob und inwieweit eine Person pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes ist.

Bei der Beurteilung, wie stark Versicherte pflege- und hilfsbedürftig sind, zählt seit der Pflegereform im Januar 2017 in erster Linie, wie selbstständig die Person in wesentlichen Bereichen des täglichen Lebens noch ist. Zum Beispiel was der Pflegebedürftige im Alltag noch alleine leisten kann?

Die Begutachtung ist wichtig, denn anhand dieser wird entschieden, ob und welchen Pflegegrad der oder die Antragstellerin anerkannt bekommt.

Begutachtung MDK

 

Du fragst Dich, wie Du Dich bestmöglich auf die Begutachtung vorbereiten kannst?

Hier kommen 9 konkrete Tipps zur optimalen Vorbereitung auf den Begutachtungstermin:

Tipp 1 – Ein Pflegetagebuch führen

Grundsätzlich gilt, um Anspruch auf einen Pflegegrad zu haben, muss die Beeinträchtigung bereits für mindestens 6 Monate bestehen. Erst dann wird die Pflegebedürftigkeit anerkannt. Um dies nachweisen zu können, empfiehlt es sich ein Pflegetagebuch zu führen, indem Du den Umfang der Pflegebedürftigkeit und die Dauer dokumentiert hast.

Tipp 2 –  Halte Deine Krankenakte vom Arzt und Medikamentenplan bereit

Zusätzlich kannst Du dem Gutachter den Medikamentenplan, eine Liste vergangener Arztbesuche, bereits verwendeter Pflegehilfsmittel, Deiner Pflegepersonen und die Krankenakte vom Arzt vorlegen. Diese Informationen kann der Gutachter mit in seine Beurteilung einbeziehen und dokumentieren, dass die Pflegebedürftigkeit bereits 6 Monate oder sogar länger besteht.

Tipp 3 – Informieren Dich im Voraus 

Informier Dich im Vorhinein über die 6 Module, die bewertet werden. So weißt Du als Antragsteller und Deine Familie, was auf euch zukommt und könnt den Gutachter auf wichtige Punkte hinweisen.

Tipp 4 – Schaffe einen wahrheitsgetreuen Eindruck Deiner Situation 

Während des Termins beurteilt der Gutachter, wie selbstständig der Antragsteller noch in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens ist.

Hier gilt es einen wahrheitsgetreuen Eindruck Deiner Lebenssituation zu schaffen. Nur so kann sich der Gutachter ein realistisches Bild Deiner individuellen Situation machen und beurteilen, welche Hilfe und Unterstützung benötigt wird. Der Antragsteller sollte nicht übertreiben oder nicht untertreiben.

Tipp 5 – Bitte Angehörige und Deinen Betreuer oder Betreuerin bei der Begutachtung vor Ort zu sein

Oft gibt das Gespräch mit Angehörigen und Betreuern zusätzlich aufschlussreiche Informationen über die Verfassung des Antragstellers. Daher, nimm Dir die Zeit und plane Zeit ein, falls es etwas länger dauert! Es kommt in der Regel dem Begutachtungsergebnis zugute.

Tipp 6 – Gespräch unter vier Augen 

Wenn Du als Angehöriger das Gefühl hast, dass sich der Antragsteller z.B. aus falschem Stolz besonders fit darstellt oder wichtige Dinge nicht zur Sprache gekommen sind, kannst Du die Möglichkeit nutzen mit dem Gutachter ein Gespräch unter 4 Augen zu führen und auf diese Themen eingehen. All das, was vom Versicherten nicht erzählt oder durch den Gutachter erfragt wird, kann im Gutachten nicht berücksichtigt werden – und das kann unter Umständen Einfluss auf das Ergebnis des Gutachtens haben.

Tipp 7 – Die Möglichkeit des Widerspruchs 

Das Ergebnis der Begutachtung wird Dir wenige Wochen später von der Pflegekasse übermittelt. Falls Du mit dem Ergebnis nicht einverstanden bist und der Meinung bist, dass eine höhere Pflegebedürftigkeit vorliegt, als im Ergebnis festgelegt, hast Du die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. Im Zuge des Widerspruchs wird geprüft, ob die Zuteilung des Pflegegrads korrekt ist. Dabei kommt ein Zweitgutachter zum Pflegebedürftigen und macht ein komplett neues Gutachten. Der Gutachter tut so, als gäbe es das erste Gutachten nicht. Er macht sich sein komplett eigenes Bild. Lediglich am Ende des Gutachtens wird das Widerspruchsschreiben zusammen mit dem Versicherten besprochen. Denn Versicherte oder Angehörige müssen den Widerspruch begründen können.

Tipp 8 – Formulierungen sind wichtig

Acht während des Termins auf Deine Formulierungen! Wenn Du vom Gutachter gefragt wirst, ob die Beeinträchtigung sich in den letzten Wochen verschlimmert hat und Du dies bejahst, kann interpretiert werden, dass die Beeinträchtigung nicht über die letzten 6 Monate bestand. In diesem Fall erhält der Antragsteller keinen Pflegegrad.

Tipp 9 – Erstellen Sie einen Plan

Versuche im Vorhinein einzuschätzen, ob die Pflege zu Hause durch Angehörige oder gute Bekannte durchgeführt werden kann oder eine ambulante Pflege bzw. stationäre Pflege in Anspruch genommen werden soll. Falls noch Fragen bestehen, kann Ihnen der Gutachter oder die Gutachterin weiterhelfen.

Mit diesen Tipps bist Du nun sehr gut auf die Begutachtung vorbereitet!

Hast Du noch Fragen? Hinterlass uns gerne einen Kommentar dazu!

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Jan Berning

Alles rund um das Thema Pflege

Jan machte bereits in 2013 erste Erfahrungen mit der 24 Stunden Pflege. Dabei fielen ihm eine Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten auf. Kurzerhand gründete er noch während seines Business Administration Studiums Dicura. Er sieht großes Potential, die Möglichkeiten der Digitalisierung für die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der zu Pflegenden und der Pflegekräfte zu nutzen und setzt alles daran, die Chancen des digitalen Wandels in die Pflege-Branche einzubringen.

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